Dorfgeschichte von Enzen

Im Jahre 893 n. Chr. wurde Enzen erstmals schriftlich im sogenannten Prümer Urbar erwähnt. Das Güterverzeichnis besteht aus 128 Abschnitten. In diesem sind die Verpflichtungen einzelner Ortschaften gegenüber der Abtei Prüm und deren Niederlassungen enthalten. Unter dem Breve Abschnitt 89 steht:

"Es gibt in Encinne 9 Hoflehen und auch herrschaftliches Land. Jeder Hof und auch das Feld sind eingezäunt. Ferner werden im Güterverzeichnis die einzelnen Abgaben der Höfe aufgezählt."

1079 schenkte Bischof Sigewin der Abtei Siegburg die Peterskirche von Zülpich mit ihren Filialen, wozu auch St. Kunibert Enzen gehörte.

Ein gewisser Wolbertus schenkte 1115 seine großen Enzener Ländereien samt Gehöften und Dienstleuten dem Kanonikerstift zu Münstereifel.

Von 1338 - 1379 siegelten Theoderici von Enzen, Tilman von Enzen und Heinrich von Enzen zusammen in 17 verschiedenen Urkunden als Schöffen von Zülpich und Wichterich.

Ein Heinrich von Enzen war Schöffe von Zülpich. Er starb 1501 und ist von 1471 - 1500 in 14 Urkunden erwähnt. Sein Nachfolger Johann von Enzen siegelte in 9 Urkunden als Schöffe des hohen Gerichts Zülpich bis 1539. Zahlreiche Nachfolger als Schöffen, allesamt aus Enzen stammend, könnte man noch nennnen. Aber das würde eine zu große Auflistung ergeben.

1541 starb der Zülpicher Bürgermeister Wynand von Enzen.

Im August 1588 fielen spanische Kriegsleute in den Ort ein und plünderten.

Von 1630 bis 1678 wütete mehrmals die Pest in Enzen.

Die protestantischen Hessen zerstörten 1642 das ganze Dorf und Marschall Turenne ließ 1647 die Enzener Kirche bis auf die Grundmauern abbrennen. Ein Jahr später wurde der aus Enzen stammende Bürgermeister von Zülpich nach Düren depudiert, weil er dem hessischen Lager Lebensmittel verweigerte. In dieser schweren Zeit zogen auch viele Räuberbanden durch das Land und fielen auch in Enzen ein.

Vierzig Jahre nach dem 30jährigen Krieg waren im Ort erst 13 Häuser neu gebaut worden.

1772 herrschte in Enzen und Umgebung eine große Viehseuche.

Im August 1798 wurden Überlegungen angestellt den Sitzungsort des Kantons Zülpich nach Enzen zu verlegen.

1803 gehörte J. Walpott aus Enzen zu den drei höchstbesteuerten Bürgern im Kanton Zülpich. Dieser bestand damals aus 42 Gemeinden mit 12000 Einwohnern!

1804 hatte die Bürgermeisterei Enzen mit Schwerfen, Linzenich, Lövenich, und Ülpenich im Exkanton Zülpich 900 Einwohner. Im Jahre 1807 wurde Enzen Hauptsitz dieser Bürgermeisterei!

Enzen wurde 1818, als Mittelpunkt der Bürgermeisterei, zum Standort für das Feuerlöschwesen bestimmt und bekommt eine fahrbare Schlauch- und Rohrspritze. Außerdem wurden im Ort 60 Brandeimer, 3 Brandleitern und 3 Feuerhaken stationiert.


Folgende Wegzeiten wurden festgelegt:
nach Ülpenich 20 Min.
nach Linzenich-Lövenich    22 Min.
nach Schwerfen 45 Min.

1828 zählte Enzen 250 Einwohner. Ein Jahr später wurde die sogenannte Urkatasterkarte des Dorfes angefertigt.

Mehrere Enzener Familien wanderten 1847 nach Amerika aus.

1852 wollte die Rheinische Eisenbahngesellschaft einen Bahnhof für die Strecke Düren-Schleiden in Enzen bauen. Wegen Protest durch den Königlichen Landrat Wachendorf wurde diese Planung verworfen und der neue Bahnhof stattdessen in Euskirchen errichtet.

1860 betrug die Zahl der Einwohner schon 313. 1900 waren es 397 Einwohner, die in 71 Häusern wohnten. Die meisten Leute arbeiteten auf den drei großen landwirtschaftlichen Betrieben.

1897 wurde das erste Telefon in Enzen angeschlossen und 1909 die Wasserleitung in Enzen verlegt.